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Oper Graz
PROGRAMM
Rusalka

Rusalka

Antonín Dvořák

Termine, Besetzung, Tickets

Lyrisches Märchen in drei Akten
Libretto von Jaroslav Kvapil
(in tschechischer Sprache – mit deutschen Übertiteln)
Eine Koproduktion des Théâtre Royal de La Monnaie, Brüssel, und der Oper Graz

Nächste Vorstellung: 12.03.2010 19:00 bis ca. 22:15


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Jedem Opernfreund vertraut ist das »Lied an den Mond« Rusalkas, der Titelheldin von Antonín Dvořáks letzter, berühmtester und schönster Oper. Rusalka sehnt sich nach menschlicher Gestalt, denn sie hat sich in den Prinzen verliebt. Der Preis ist hoch, da sie ihre Fähigkeit zu sprechen aufgeben muss und Gefahr läuft, verdammt zu sein, wenn sie nicht menschliche Liebe erringt. Die Oper »Rusalka« entstand 1900, genau an der Schnittstelle zweier Epochen. Die große bürgerliche Sehnsucht des 19. Jahrhunderts fand noch ihren schönsten Ausdruck in der Kunstform Oper, während in der Moderne des 20. Jahrhunderts die Bruchstücke eines Menschheitstraums zusammengekehrt wurden. Das Geniale dieser Oper besteht darin, dass in ihr offiziell einer modernen, das heißt neu zu entwickelnden Musiksprache eine Absage erteilt wird. Aber das Alte – das trügerisch Vertraute – wird so neuartig zusammen gesetzt, dass es erst recht ursächlich, schmerzlich, unwiederbringlich und trostlos klingt. Da gehen der Wassermann und Rusalka noch einmal durch Himmel und Hölle eines unerfüllbaren abendländischen Traumes, mitten unter uns, mitten in der Stadt. Und zwischen Offenbachschem Satyrspiel und Wagnerschem Liebestod kommt herrlich verwandelt das Unverfälschte der großen »erotischen« Traumoper von der großen Wassertiefe ans Tages- und Nachtlicht.

VOR DER PREMIERE
Sonntag, 6. Dezember 2009, 11.00 Uhr, Malersaal

VORSTELLUNGEN
18.12., 22.12., 27.12. (18.00 Uhr),
8.1., 13.1., 17.1. (15.00 Uhr), 7.2. (15.00 Uhr), 25.2., 27.2., 3.3. und 12.3.
Beginn jeweils 19.00 Uhr, sofern nicht anders angegeben


Die Projektionen der Produktion RUSALKA wurden freundlicherweise von fettFilm zur Verfügung gestellt.


Pressestimmen

Über die Produktion am Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel:

„Alles hat hier mindestens einen doppelten Opernboden...
Und so ereignet sich in der Brüsseler Monnaie-Oper ein staunen machendes Fest der durchaus operettenbunten, musicalbrillanten Schaulust.“
(Manuel Brug/ Die Welt)

„Rusalka und auch eine Reihe von Kolleginnen sind in Stefan Herheims Inszenierung einerseits Fantasy-Wesen, die aussehen, als wären sie in die Glitzertonne gefallen, andererseits aber Menschen von heute, Sexobjekte, die verführen und selbst verführt werden wollen. Am Ende wird die Bühne der Monnaie zu CSI Brüssel, Polizisten führen den Wassermann ab, der Rusalka getötet hat. Dazwischen schwingen Herheims ausladender Bilderkosmos und das furiose Bühnenbild von Heike Scheele galant zwischen Real- und Traumwelt, zwischen Ernst und Komik...
Das Endergebnis des ganzen Aufwands: ungebrochener Jubel für den Märchenkönig Herheim nebst seinen zahlreichen Frauen und Mannen.“
(Jörn Florian Fuchs, Deutschlandradio)

„ (...).Mit der Musik beginnt der Zauber der Verwandlung, da öffnen sich die Tore ins Reich der Fantasie und Bühnenwunder. (...)
Es ist betörend schön, wenn Rusalka oben auf der Litfaßsäule den Mond ansingt und die Satellitenschüsseln mit einem Leuchten darauf antworten. Da werden dann der heimkommende Matrose zum Traumprinzen und der Sexshop, in dem gerade noch die Puppen tanzten, zum Hochzeitsausstatter. (...).Begeisterung, was sonst.
(Joachim Lange /Frankfurter Rundschau)

„Denn die 1902 uraufgeführte „Rusalka“ gehört zu jenen traurigen Geschichten, die man nur erträgt, wenn die Menschen, um die es geht, in die Gewänder von Prinzen und Feen, von Geistern und Hexen schlüpfen. Und so wie auch heute noch jedes Mädchen seinen Traumprinzen hat und es genauso viele alte Hexen gibt wie vor hundert Jahren, so verleiht gerade das Märchenhafte der Geschichte von der unglücklichen Nixe und dem wankelmütigen Prinzen ihre bewegende Kraft über alle zeitverhafteten Sozialdramen hinweg. (...) Das wird natürlich, wie immer bei Herheim, mit überbordendem Einfallsreichtum und Riesenspektakel in Szene gesetzt...“
(Jörg Königsdorf)




Kritik

Karin Zehetleitner (APA): „Bei der Premiere am Freitagabend überzeugte das Werk von Antonín Dvorák durch eine sehr intensive Auseinandersetzung mit der Innenwelt der Figuren, außerdem blieben musikalisch kaum Wünsche offen.“

Christian Mayer, Kurier: „Grandiose Bilderflut - Stefan Herheim mischt bei seiner radikalen Neudeutung von Dvoraks "Rusalka" am Opernhaus Graz ordentlich auf.... Dazu musiziert feinsinnig das Grazer Philharmonische Orchester unter Johannes Fritzsch.“

Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung: Stefan Herheim brilliert in der Grazer Oper als Regievirtuose, der sich zu Antonin Dvoráks "Rusalka" eine neue Geschichte einfallen lässt. Heike Scheeles Bühnenbild stellt eine Augenweide dar und setzt das zentrale Thema des Werks, die Sehnsucht nach Verwandlung, bravourös in Szene. ... . Wie Herheim zwischen Realität und Surrealismus pendelt, wie er mit Witz, Ironie und unerschöpflicher Fantasie die Schaulust befriedigt (...) stellt seiner Regiekunst ein glänzendes Zeugnis aus ...
Mit den Grazer Philharmonikern versieht er (Johannes Fritzsch) die zarten Momente mit klanglicher Wärme und die folkloristischen Tänze mit stampfendem Elan.“

Ljubiša Tošič, Standard: (...) Herheim entwickelt in David-Lynch-Manier aus dem Alltäglichen das Rätselhaft-Groteske, aus dem Romantischen das Blutig- Albtraumhafte. ... Das alles ist nicht immer logisch, mitunter verwirrend. Aber es wirkt. Es überzeugt schließlich der Charme einer verspielten Originalität, die ausreichen würde, fünf Opern mit Ideen zu versorgen. Eine schöne Inflation der Einfälle ist das. Schön also, dass Herheim über Bayreuth und Brüssel (wo diese Rusalka herkam) in Graz landete, nachdem man in Wien glaubt, ihn nicht engagieren zu müssen.

Martin Gasser, Kronenzeitung sah „Einen bildmächtigen Opernthriller“ des „handwerklich virtuosen Regisseurs“ und spart nicht mit Lob für Orchester: „ Im grandiosen Finale des mittleren Akts bringt Fritzsch die Musik bis an den Siedepunkt“, Solisten: „ Herrlich sicher, mit metallischer Strahlkraft (Maxim Aksenov), im Lyrischen berührend (Gal James), (Gustáv Beláček) ein ebenso starker Wassermann, der nicht zu poltern braucht, um Präsenz zu zeigen“ und Chor: „Der Chor brilliert zwischen Duftigkeit und Vehemenz


BESETZUNG:

Musikalische Leitung:  Johannes Fritzsch Marius Burkert
Inszenierung:  Stefan Herheim
Bühnenbild:  Heike Scheele
Kostüme:  Gesine Völlm
Licht:  Reinhard Traub
Dramaturgie:  Bernd Krispin
   
Prinz:  Maxim Aksenov Ludovit Ludha
Die fremde Fürstin:  Lisa Livingston
Rusalka:  Gal James
Wassermann:  Gustáv Beláček
Jezibaba:  Dubravka Musovic
Jäger/Priester:  Juraj Hurny
Erste Waldnymphe:  Hyon Lee
Zweite Waldnymphe:  Lucia Kim
Dritte Waldnymphe:  Dshamilja Kaiser
Metzger:  Taylan Memioglu
Polizist:  Martin Fournier